Anmelden

Einloggen

Username *
Password *
an mich erinnern
Montag, 19. Juni 2017

Bauhof brennt nur auf dem Papier

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Mittwoch, 14. Juni 2017, Autor: Tonia Hysky
Sind gefährliche Stoffe in der Luft? Ein Messtrupp soll die Luftwerte um den Brandherd messen und eventuell notwendige Schritte einleiten. Bei der Gefahrgutübung am Montag war die Luft aber rein. Sind gefährliche Stoffe in der Luft? Ein Messtrupp soll die Luftwerte um den Brandherd messen und eventuell notwendige Schritte einleiten. Bei der Gefahrgutübung am Montag war die Luft aber rein. Bild: Tonia Hysky

Am Montagabend stand ein Gebäude auf dem Bauhof „in Flammen“. 62 Kameraden rückten zu der Übung aus.

Wiefelstede Meterhoch schlagen Flammen aus dem Dach, dichter Qualm zieht über das Gelände. Mit Sirenengeheul rücken nach und nach Löschfahrzeuge an – doch zum Glück steht das Gebäude auf dem Bauhof in Wiefelstede am Montagabend nur auf dem Papier in Vollbrand. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Wiefelstede und Umgebung proben hier nämlich den Ernstfall: Nicht nur der fiktive Brand stellt die insgesamt gut 60 Einsatzkräfte aus Wiefelstede, Rastede, Mollberg und Elmendorf auf die Probe, sondern auch das mögliche Gefahrgut in der Halle.

„Der Einsatzleiter sieht bei einer Übung auf Bildern, wie die Lage ist“, erklärt Friedrich Delmenhorst, Pressewart der Feuerwehr Wiefelstede. Genau wie im Ernstfall melden sich die jeweiligen Chefs der Einsatzfahrzeuge beim Einsatzleiter, dieser verteilt die Aufgaben und muss stets alles im Blick behalten.

Der dunkle Rauch – ein Zeichen für gefährliche Stoffe – fällt schnell auf, deshalb fordert der Einsatzleiter den Gefahrgutzug des Landkreises Ammerland an. Aber der steht nicht einfach vor der Tür und wartet auf das Kommando, wie Friedrich Delmenhorst erklärt: „Sie werden wie im Ernstfall angefordert und müssen erst mal herfahren.“ So kann auch eingeschätzt werden, wie lange das dauern könnte. Eine Komponente im Gefahrgutzug ist die Freiwillige Feuerwehr Elmendorf, die sich sogleich mit einem Löschfahrzeug auf den Weg macht. Auf dem Bauhof heißt es derweil: Wasser marsch! Alles wie im Ernstfall.

Auch wenn es nur eine Übung ist, entspannt sei das nicht, betont Delmenhorst. „Man weiß ja auch nicht, was auf einen zu kommt.“ Schon bei der Abfahrt müssen die Einsatzkräfte alles bedenken. Bei einer Übung wird das Zusammenspiel der einzelnen Wehren geübt, auch die Technik muss funktionieren. Im Grunde genommen muss einfach alles sitzen, sagt Delmenhorst. „Danach machen wir eine Manöverkritik und sprechen die Übung durch.“

Eine solche Gefahrgutübung findet in Wiefelstede alle zwei Jahre statt. Und wer denkt sich so ein Szenario eigentlich aus? Jan Steinkamp macht das. Er ist Gefahrgutgruppenführer für die Gemeinde Wiefelstede. Ein bisschen Fantasie müsse man schon haben, meint Steinkamp. „Aber man muss wissen, was man üben soll. Es wird immer der Extremfall getestet.“

Nach oben