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Montag, 26. Juni 2017

Lebendige Geschichtsbücher der Feuerwehr

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Montag, 26. Juni 2017, Autor: Christian Korte
Auszeichnung (vorne, v.l.): Wilma und Gerd Hobbiebrunken, Hermann Meyer und Henning Dierks. Auszeichnung (vorne, v.l.): Wilma und Gerd Hobbiebrunken, Hermann Meyer und Henning Dierks. Bild: Christian Korte

Beide Männer wurden von Gemeinde und Landesfeuerwehrverband ausgezeichnet. Sie haben die Geschichte der Feuerwehr in Elmendorf entscheidend geprägt.

Elmendorf Hochgerüstete Fahrzeuge, Atemschutzgeräte, Wärmebildkameras – all das gab es noch nicht, als Hermann Meyer und Gerd Hobbiebrunken vor 60 Jahren in die Freiwillige Feuerwehr eintraten. Stattdessen mit Glück Gummistiefel, ein paar Handwerkzeuge und Pumpen, die von Hand gestartet werden mussten. Bei fast jedem Einsatz war Improvisation gefragt.

Von dieser Fähigkeit zur Improvisation könnten auch junge Feuerwehrleute heute noch eine Menge lernen, sagte der Elmendorfer Ortsbrandmeister Stefan Martens am Freitagabend, als Meyer und Hobbiebrunken für ihre 60-jährige Feuerwehrzugehörigkeit geehrt wurden. Mit 17 Jahren war Hermann Meyer in die Feuerwehr eingetreten, mit 25 Gerd Hobbiebrunken, dieser damals noch in Ohrwege.

„Was willst du denn da?“, habe ihn Ehefrau Wilma damals gefragt, erzählte Hobbiebrunken am Freitag. Doch bald war für seine Frau die Feuerwehr ein ebenso großer Bestandteil ihres Lebens wie für ihren Mann. Zunächst von seiner Privatwohnung im Feuerwehrhaus in Bad Zwischenahn aus, später dann aus der neu errichteten Feuerwehrtechnischen Zentrale in Elmendorf koordinierte ihr Mann die Einsätze der Feuerwehr. „Als wir da eingezogen sind, hatten wir immer viele Helfer beim Umzug“, berichtete Wilma Hobbiebrunken am Freitag. Der Schalter für das Licht und der für die Sirene hätten nahe beieinander gelegen, und am Anfang sei schon mal der falsche gedrückt worden, erzählte sie sehr zur Freude der versammelten Elmendorfer Feuerwehrleute. So sehr waren beide mit der Feuerwehr verbunden, dass sie über Elmendorf hinaus unter den Spitznamen Florian und Florentine bekannt waren.

Und auch Hermann Meyer und seine Familie haben die Elmendorfer Feuerwehr sehr geprägt, erinnerte Stefan Martens. Bei vielen Versammlungen hätten drei Generationen der Familie – Heinrich, Herrmann und und Ralf Meyer – mit am Tisch gesessen. Und auch wenn der Junior sich aus Zeitgründen aus der Wehr habe zurückziehen müssen, sei der Familienbetrieb, die Zimmerei Hermann Meyer, bis heute eine wichtige Stütze der Elmendorfer Wehr.

Anerkennende Worte für die beiden altgedienten Kameraden, aber auch für die Freiwilligen Feuerwehren insgesamt kamen vom stellvertretenden Bürgermeister Henning Dierks – verbunden mit einer Urkunde der Gemeinde und einem Geschenkkorb für die beiden Jubilare. Sie erhielten aus der Hand von ­Kreis­brandmeister Andree Hoffbuhr außerdem das Ehrenzeichen des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen.

Wie Hoffbuhr und Martens betonte auch Gemeindebrandmeister Heino Brüntjen, wie wichtig die Unterstützung der Familien, in diesem Fall der Ehefrauen, für die Arbeit in der Freiwilligen Feuerwehr ist.

Nach der Ehrung war dann noch Zeit für das, was Stefan Martens den jungen Feuerwehrleuten ans Herz gelegt hatte: „Setzt euch mal zu den Kameraden aus der Altersabteilung. Die können euch viel erzählen, nicht nur Geschichten über die Feuerwehr, sondern bestimmt auch viele sehr interessante Dinge über eure Eltern und Großeltern.“

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