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Samstag, 19. August 2017

Wo Feuerwehr im Nebel stochert

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Donnerstag, 17. August 2017, Autor: Claus Stölting
Die Nebelmaschine leistete ganze Arbeit: Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren aus Gristede, Neuenkruge- Borbeck und Metjendorf suchten „blind“ nach den im Haus versteckten „Personen“. Die Nebelmaschine leistete ganze Arbeit: Die Atemschutzgeräteträger der Feuerwehren aus Gristede, Neuenkruge- Borbeck und Metjendorf suchten „blind“ nach den im Haus versteckten „Personen“. Bild: Claus Stölting

Wiefelstede Im Haus August-Hinrichs-Straße 3 in Wiefelstede ist die Sicht an diesem Dienstagabend gleich Null: Eine Nebelmaschine leistet ganze Arbeit bis hinauf in den ersten Stock, simuliert einen Schwelbrand. Draußen hat es sich so richtig eingeregnet an diesem Abend. Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehren Gristede, Neuenkruge-Borbeck und Metjendorf sowie eine weitere Gruppe der Einheit Wiefelstede machen sich nach und nach jeweils in Vierer-Trupps im Innern des Hauses auf die Suche nach insgesamt sechs „vermissten Personen“.

Die Gemeindeatemschutzübung ist Pflicht für die etwa 67 Atemschutzgeräteträger in den sechs Feuerwehren der Gemeinde. Etwa 20 von ihnen müssen sich an diesem Abend auf die Suche nach „Vermissten“ im Haus machen – und sie retten. Die zu Suchenden sind „Dummys“ – Puppen, die überall im Haus versteckt sind. „Auch die Atemschutzgeräteträger unserer Wehren müssen sich auf Gemeindeebene einmal im Jahr einer solchen Übung stellen“, berichtet Gemeindeatemschutzwart Sven Neumann. Weitere Pflichtübungen finden einmal jährlich im „Bunker“ in Elmendorf statt, wo auch die körperliche Belastbarkeit getestet wird. Auf Ortsebene gibt es eine weitere Pflicht-Atemschutzübung jährlich, zudem wird zumeist im Winter Theorie gepaukt und abgefragt. Im Durchschnitt ist nach Angaben Neumanns jeder zweite bis dritte Feuerwehrmann in der Gemeinde auch Atemschutzgeräteträger. Bis etwa 21 Uhr begeben sich die Trupps an diesem Abend auf die Suche nach den Dummys: Auch eine kleinere Puppe, die ein Kind darstellen soll, ist dabei. „Die Teilnehmer gehen auch in Trupps auf die Suche, die sich aus Feuerwehrleuten mehrerer Einheiten zusammensetzen können“, erklärt Neumann, dass die Zusammenarbeit auch bei größeren Einsetzen mit mehreren Feuerwehren immer wieder geübt werden muss.

Noch einmal etwa 40 Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehren Spohle, Mollberg und Wiefelstede werden diese Übung am kommenden Dienstag, 22. August, ebenfalls ab 19 Uhr im selben Haus absolvieren“, erklärte der Gemeindeatemschutzwart.

Das Haus August-Hinrichs-Straße 3 soll bekanntlich abgerissen werden, die Bäckerei Konditorei Müller & Egerer will dort ein neues Café errichten. Die Wehren der Gemeinde hatten jetzt Gelegenheit, es noch einmal für diese Übungen zu nutzen.

„Dummy“ gefunden: Die blaue Puppe war ebenfalls im verqualmten Haus zu suchen.  Bild: Claus Stölting
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