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Donnerstag, 31. August 2017

Wo Drachen den Umgang mit Feuer lernen

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Donnerstag, 31. August 2017, Autor: Kerstin Schumann
Sind mächtig stolz auf ihre Uniformen: die Löschdrachen aus Halsbek mit ihren Betreuern. Als Kinderfeuerwehrwartin kümmert sich Silke Rüdebusch-Nappe (ovales Bild) auch um Organisatorisches. Sind mächtig stolz auf ihre Uniformen: die Löschdrachen aus Halsbek mit ihren Betreuern. Als Kinderfeuerwehrwartin kümmert sich Silke Rüdebusch-Nappe (ovales Bild) auch um Organisatorisches. Bild: privat

Die Halsbekerin war mit 16 Jahren als erste Frau in die Einheit aufgenommen worden. Heute will sie Kinder für die Feuerwehr begeistern.

Halsbek Das rote Feuerwehrauto und das technische Gerät der Halsbeker Einheit ist Silke Rüdebusch-Nappe von Kindesbeinen an vertraut. „Schon mein Opa gehörte der Freiwilligen Feuerwehr an, und mein Vater und Bruder sind Mitglied. So bin ich quasi reingewachsen“, erzählt die 33-Jährige. Auf eine Mitgliedschaft habe sie allerdings warten müssen, bis sie 16 Jahre alt war und sei dann als erstes weibliches Mitglied aufgenommen worden.

Seinerzeit gab es noch keine Kinderfeuerwehr in Halsbek. Heute ist das anders. Im Mai 2015 wurden die „Halsbeker Löschdrachen“ als Nachwuchsorganisation gegründet. Inzwischen treffen sich 16 Jungen und Mädchen alle zwei Wochen freitags von 16.30 bis 18 Uhr im Feuerwehrhaus. Beitreten können Kinder ab sechs Jahren aus dem Schuleinzugsgebiet.

Doch von bergen, löschen und retten sind sie noch weit entfernt. „Man geht natürlich spielerisch heran. Die Kinder lernen beispielsweise den Umgang mit Feuer und dass sie im Notfall Hilfe holen sollen“, sagt Silke Rüdebusch-Nappe, die sich als Kinderfeuerwehrwartin gemeinsam mit einem dutzend Betreuer um die Kleinen kümmert. Ihr ist es ein Anliegen, verstärkt Mädchen für die Aufgaben in der Feuerwehr begeistern zu können.

Die Kinder können auch schon mal den Umgang mit der Kübelspritze üben. Den Umgang mit weiteren technischen Geräten lernen die Jungen und Mädchen aber erst in der Jugendfeuerwehr kennen, in die Kinder ab zehn Jahren aufgenommen werden. Die „Großen“ haben dann mit 16 Jahren die Chance, sich in der Freiwilligen Feuerwehr zu beweisen.

Wer mitmache, profitiere davon, findet die Halsbekerin und nennt Kameradschaft, Teamfähigkeit und Verantwortungsgefühl als Stichworte. Sie selbst habe nach ihrem Eintritt in die Feuerwehr enorm an Selbstbewusstsein gewonnen, erinnert sie sich an ihre Anfänge. Die Feuerwehr, das sei wie eine Familie. An die teilweise schwierigen und belastenden Aufgaben würden Neulinge langsam herangeführt. „Hinterher sitzt man zusammen und tauscht sich aus. Niemand wird allein gelassen.“

Bei der Kinderfeuerwehr geht es dagegen immer ausgelassen zu. Davon können sich die Zuschauer beim großen Kreiskinderfeuerwehrtag überzeugen, den die Halsbeker Einheit ausrichtet. Am Samstag, 2. September, treffen sich die Mitglieder von allen sechs Ammerländer Kinderfeuerwehren auf dem Feuerwehrgelände an der Brinkstraße 2, um einen Parcours mit verschiedenen Aufgaben zu bewältigen. Dabei geht stehen Spaß und Geschicklichkeit im Vordergrund. Welches Team bei den Wettkämpfen gewonnen hat, zeigt sich gegen 17 Uhr bei der Siegerehrung.

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