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Montag, 11. September 2017

Heiße Party zum 50. Geburtstag

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Montag, 11. September 2017, Autor: Christian Korte
Heiße Vorführung: Beim Tag der offenen Tür zeigte die Feuerwehr auch, wie sie sich auf reale Einsätze vorbereitet. Heiße Vorführung: Beim Tag der offenen Tür zeigte die Feuerwehr auch, wie sie sich auf reale Einsätze vorbereitet. Bild: Christian Korte

Am Vormittag feierten geladene Gäste den 50. Geburtstag der Technischen Zentrale. Beim Tag der offenen Tür konnte dann jedermann hinter die Kulissen blicken.

Elmendorf/Ammerland Gerd Hobbiebrunken kennt noch heute jeden Winkel der Technischen Zentrale Ammerland in Elmendorf, dabei ist seine aktive Zeit in der Feuerwehr schon eine ganze Weile her.

Hobbiebrunken war vor 50 Jahren der erste Feuerwehrmann, der eine Dienstwohnung im neu gebauten Gebäude an der Dreiberger Straße, im geografischen Mittelpunkt des Ammerlands, bezog und von hier aus Feuerwehreinsätze im ganzen Landkreis koordinierte.

Gemeinsam mit Holger Vohlken, seinem Nachfolger im Amt des Kreisatemschutzwartes, machte er am Sonntag, am Tag der offenen Tür, einen Rundgang durch das Gebäude.

Die alte Dienstwohnung ist inzwischen zwar privat vermietet und nicht mehr zugänglich – aber Hallen, Werkstätten, Schulungs- und Besprechungsräume bergen aber ebenfalls reichlich Erinnerungen.

Enge Gänge und Schächte im Atomschutzbunker unter dem Gebäude werden heute, wie zu Hobbiebrunkens Zeiten, für die Ausbildung genutzt. Sogar die Belüftungsanlage, die über eine Handkurbel betrieben werden musste, funktioniert noch, überzeugte sich der TZ-Senior.

Und auch ein anderes Erinnerungsstück fand er: Ein frühes tragbares Funkgerät, von ihm als Geschenk für einen ehemaligen Kreisbrandmeister zur Mini-Spritze umgebaut, steht neben vielen anderen Andenken in einem Schrank im Gebäude.

Vorrangig ist die Technische Zentrale aber natürlich kein Museum, sondern ein modernes Dienstleistungszentrum für die Freiwilligen Feuerwehren im Ammerland. Acht Mitarbeiter, ein Auszubildender und vier Servicekräfte sorgen dafür, dass den Brandschützern immer funktionierende Technik zur Verfügung steht, das betonten der stellvertretende Landrat Torsten Wilters und Kreisbrandmeister Andree Hoffbuhr bei der offiziellen Feier am Sonntagvormittag. Wilters vertrat Landrat Jörg Bensberg – und das tat er sehr gerne. Schließlich war es sein Großvater Harry Wilters, der 1967 als Landrat die Technische Zentrale ihrer Bestimmung übergab.

Neben vielen Feuerwehrkameradinnen und Kameraden waren am Sonntag auch Vertreter aller Ammerländer Gemeinden, Bundes- und Landtagsabgeordnete und Vertreter von Polizei und Rettungsdiensten zur Feier eingeladen.

Auch wenn die Einsätze der Feuerwehren heute aus der Großleitstelle in Oldenburg koordiniert werden: Die Technische Zentrale ist sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag, mit einem Mitarbeiter besetzt. „Ein Dienst dauert immer von Montag bis Montag“, erläutert Vohlken. Zu tun gibt es genug: Spezialfahrzeuge und -geräte wie die Drehleiter sind hier stationiert und müssen im Einsatzfall bereit stehen. Atemschutzgeräte werden gewartet und Schläuche gereinigt.

Fast jeden Samstag, bis auf die Zeit der Sommerferien, sind außerdem die gerade neu ausgestatteten Schulungsräume besetzt. „Auf diese Ausbildungsleistung sind wir besonders stolz“, so Hoffbuhr.

Dass jede technische Einrichtung nur funktioniert, wenn sie von Menschen mit Leben gefüllt wird, betonten Regierungsbrandmeister Dieter Schnittjer und Johann Kühme, Präsident der Polizeidirektion Oldenburg.

Und wie sowohl die Freiwilligen Feuerwehren als auch die Polizei und zahlreiche andere haupt- und ehrenamtliche Rettungsorganisationen die gemeinsame Aufgabe mit Leben füllen, konnten sich große und kleine Besucher in Elmendorf bis zum frühen Abend beim Tag der offenen Tür bei zahlreichen Vorführungen ansehen.

50 Jahre TZ

1967 wurde die Technische Zentrale eingeweiht. Seitdem wurde das Gebäude ständig erweitert, umgebaut und modernisiert.

Seit 2012 ist ein wesentlicher Aufgabenteil weggefallen: Notrufe werden jetzt nicht mehr hier, sondern in der Großleitstelle Oldenburg angenommen.

Acht hauptamtliche Mitarbeiter kümmern sich seitdem in Elmendorf um die Wartung und Reparatur von Einsatzfahrzeugen und Technik für die Freiwilligen Feuerwehren im Ammerland.

Auf der Suche nach Erinnerungsstücken: Gerd Hobbiebrunken mit Holger Vohlken  Bild: Christian Korte
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