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Dienstag, 12. September 2017

Feuerwehr kommt zum Abschied

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Dienstag, 12. September 2017, Autor: Christian Korte
Vor dem Abriss kommt die Feuerwehr: In dem leer geräumten Café fand am Montagabend eine Gemeindeübung der Freiwilligen Feuerwehren statt. Vor dem Abriss kommt die Feuerwehr: In dem leer geräumten Café fand am Montagabend eine Gemeindeübung der Freiwilligen Feuerwehren statt. Bild: Christian Korte

Im Juni 2016 hatte es in der Bäckerei Neteler an der Georgstraße gebrannt. Davon hat sich der Betrieb nicht erholt.

Bad Zwischenahn Die Bilder gleichen sich: Feuerwehren rücken an, Schläuche werden ausgerollt, Straßen gesperrt. Am Montagabend war der Einsatz vor der Bäckerei Neteler Am Hogen Hagen nur eine Übung.

Hintergrund ist allerdings ein echter Brand – der nämlich, im Juni 2016 das Gebäude der Bäckerei Neteler in der Georgstraße zerstörte. Von diesem Brand hat sich der von Stefan Neteler geführte Betrieb nicht wieder erholt.

Im Dezember 2016 hatte Neteler noch angekündigt, seinen Betrieb weiterführen zu wollen. Das Geschäft am Hogen Hagen lief weiter, gebbacken wurde in gepachteten Räumen in Edewecht. An der Georgstraße wurde neu gebaut – allerdings ohne die Backstube. Die Auflagen, so Neteler damals, wären zu groß gewesen. An der Georgstraße sollte ein Backshop entstehen, Neteler wollte außerhalb des Ortskerns mit einer neuen Backstube neu beginnen und hatte dafür auch bereits ein Grundstück von der Gemeinde erworben. Als einziger Bäcker noch in Bad Zwischenahn zu backen war das Markenzeichen des Betriebs – jetzt wird es das nicht mehr geben. Der Pachtvertrag in Edewecht laufe in Kürze aus. Die Zeit, in Zwischenahn einen neuen Betrieb aufzubauen, habe aber einfach nicht gereicht, sagte Neteler.

Zudem habe sich seine Hoffnung, viele Stammkunden aus der Georgstraße mit zum Café Am Hogen Hagen nehmen zu können, nicht erfüllt. „Dafür gibt es im Ort einfach zu viele Bäcker“, musste er erkennen. Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Bäcker die Öffnungszeiten des Cafés am Hogen Hagen zunehmend eingeschränkt.

Seine Mitarbeiter haben bereits neue Arbeitsplätze gefunden – am Montag war noch einer von ihnen für die letzten Aufräumarbeiten mit im Haus.

An diesem Dienstag rücken am Hogen Hagen die Abrissbagger an – das Café wird verschwinden – Teile davon sollen aber in anderen Gebäuden weiter leben. Der Verein für Heimatpflege werde alte Klinkersteine bekommen, um sie für seine Projekte zu verwenden, kündigte Neteler an. An der Stelle des Cafés soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen.

Die Entscheidung, die Freiwillige Feuerwehr am letzten Tag, an dem das Gebäude noch steht, dort üben zu lassen sei naheliegend gewesen, sagte Neteler am Montag. „Die sind damals beim Brand in der Georgstraße so schnell da gewesen. Da wollte ich es ihnen einfach möglich machen, hier noch einmal zu üben. Viele Gelegenheiten dafür gibt es im Ortskern ja nicht.“

Er bedauere es, dass er den Betrieb nicht wie geplant habe weiterführen können. Kleine Handwerksbetriebe, egal ob Bäcker, Fleischer oder Schuster, hätten es heute einfach zu schwer. Neteler selbst kehrt dem Handwerk den Rücken – er werde sich künftig im Immobilienbereich betätigen, kündigte er an.

Anspruchsvolle Gemeindeübung

An diesem Dienstag soll der Abriss des Gebäudes beginnen. Vorher hat Stefan Neteler das Gebäude noch den Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde für eine Gemeindeübung zur Verfügung gestellt.

Die Organisatoren um Gemeindebrandmeister Heino Brüntjen haben kurzfristig ein anspruchsvolles Übungsszenario auf die Beine gestellt.

Alarmiert wurden am Montagabend gegen 18.20 Uhr die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren aus Bad Zwischenahn, Aschhausen Kayhauserfeld, Ohrwege und Dänikhorst.

Simuliert wurden ein Brandeinsatz und die Suche nach insgesamt 20 vermissten Personen im Obergeschoss des Cafés.

Die Brandretter mussten für die Übung aber nicht nur im Gebäude nach Vermissten suchen, auch für die Wasserversorgung gab es eine besondere Herausforderung. Die ist in dem simulierten Unglücksfall im Ort nämlich zusammengebrochen. Löschwasser musste deshalb über Schlauchleitungen aus der Speckener Bäke geholt werden.

Medien

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