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Samstag, 10. Februar 2018

Was tun, wenn’s plötzlich brennt?

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Samstag, 10. Februar 2018, Autor: Tonia Hysky
Passt gut zusammen: Am Samstag ist „Internationaler Tag des Feuerlöschers“, der Sonntag steht im Zeichen der 112. Ortsbrandmeister Dennis Koopmann von der Feuerwehr Wiefelstede erklärt die Handhabung eines Feuerlöschers. Passt gut zusammen: Am Samstag ist „Internationaler Tag des Feuerlöschers“, der Sonntag steht im Zeichen der 112. Ortsbrandmeister Dennis Koopmann von der Feuerwehr Wiefelstede erklärt die Handhabung eines Feuerlöschers. Bild: Tonia Hysky

Heute vor 155 Jahren wurde der erste Feuerlöscher patentiert. Wie passend: Am Sonntag ist europäischer Tag des Notrufes 112.

Wiefelstede Hand aufs Herz: Wann hatten Sie zum letzten Mal einen Feuerlöscher in der Hand – und haben ihn auch noch gebraucht?

Vermutlich ist das länger her, noch dazu haben die meisten Menschen Scheu, einen Feuerlöscher wirklich zu nutzen. Mehr Sicherheit im Umgang soll der „Internationale Tag des Feuerlöschers“ schaffen, der an diesem Samstag stattfindet. Grund genug für die NWZ, sich von einem Fachmann den Gebrauch erklären zu lassen.

„Der handelsübliche Feuerlöscher enthält ABC-Pulver“, erklärt Dennis Koopmann. Er ist Ortsbrandmeister bei der Freiwilligen Feuerwehr Wiefelstede. Dieses Pulver löscht feste, flüssige und gasförmige Materialien und ähnelt ganz feinem Backpulver. Günstig in der Herstellung und Anschaffung haben diese Feuerlöscher gute Löscheigenschaften. Allerdings macht das Pulver auch eine Menge Dreck, gibt Koopmann zu bedenken.

 Etwas besser geeignet für den Haushalt, aber auch teurer, seien Schaumlöscher. Aus Wasser und einer Art seifendem Mittel bildet sich ein Schaumteppich. Den meisten bekannt sein dürfte die gelbe Lasche, die man zunächst ziehen muss. Bei diesen Aufladelöschern löst das eine Druckpatrone aus, erklärt Dennis Koopmann. Erst dann ist der Löscher einsatzbereit. 20 bis 30 Sekunden dauert es, bis der Feuerlöscher vollends geleert ist.

Mit dem Feuerlöscher sollte man nur soweit an den Brandherd gehen, wie man selbst sicher ist. „Eigenschutz geht vor“, betont der Ortsbrandmeister. Gezielt und stoßweise die Löschmasse auf die Glut bringen – nicht in die Flammen sprühen.

Übrigens: Eine Pflicht, in deutschen Haushalten einen Feuerlöscher vorzuhalten, gibt es nicht. „Sinnvollerweise positioniert man einen Feuerlöscher im Haus und dort, wo er schnell greifbar ist“, sagt Koopmann.

Das Datum des „Internationalen Tags des Feuerlöschers“ hat einen Hintergrund: Am 10. Februar 1863 erhielt der Amerikaner Alanson Carne das erste Patent für einen früheren Vorgänger des heutigen Feuerlöschers. Und ins Leben gerufen wurde dieser Tag von einer Freundesgruppe aus Norddeutschland.

Gleich am Sonntag wird der Europäische Tag des Notrufs 112 begangen. Kein Wunder, leiten sich diese drei Ziffern doch aus dem Datum 11.2. ab.

Ruft man aus Wiefelstede die 112 an, meldet sich die Großleitstelle Oldenburg (GOL). „Die erste Frage ist: Wo ist die Einsatzstelle“, schildert Koopmann. Denn dann können die Disponenten in der GOL diesen gleich in ihren Rechner tippen. Die Disponenten führen mit Fragen durch das Gespräch. „Wenn man die W-Fragen aus dem Erste-Hilfe-Kurs nicht mehr weiß, muss man keine Angst haben“, meint Koopmann. „Diejenigen, die auf der anderen Seite sitzen, wissen genau, was sie tun. Sie machen das jeden Tag.“

Aufmerksamkeit auf Notruf und Brandbekämpfung richten

Der europaweite Notruf 112 wurde 1991 eingeführt, um eine einheitliche Notrufnummer in allen europäischen Mitgliedsstaaten verfügbar zu machen. Den „Feiertag“ gibt es erst seit 2009. Er soll die europaweite Gültigkeit des Euronotrufs 112 sichtbarer machen.

Scherzanrufe können die Reaktion auf echte Notfälle verzögern. Wegen der hohen Zahl von falschen Notrufen haben zahlreiche Länder beschlossen, die Notrufnummer 112 für Anrufe von Mobiltelefonen ohne SIM-Karte zu sperren.

Neben den ABC-Feuerlöschern oder Schaumlöschern gibt es neuerdings auch ABF-Löscher. Diese können auch Fettbrände löschen.

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