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Montag, 3. September 2018

Alarmstufe 4 bei Gefahrgut-Einsatz

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Montag, 3. September 2018, Autor: Erhard Drobinski
Auch die Einsatzkräfte mussten am Samstag bei der Gefahrgutübung gesäubert werden – auf dem Dekontaminationsplatz. Auch die Einsatzkräfte mussten am Samstag bei der Gefahrgutübung gesäubert werden – auf dem Dekontaminationsplatz. Bild: Erhard Drobinski

Die Gefahrgutzüge Ammerland und Friesland kamen dabei zum Einsatz. Die Alarmstufe 4 ist die höchste, die es gibt.

Rastede-Liethe „Die Beweglichkeit ist eingeschränkt, das Sichtfeld verkleinert. Dazu das Atemschutzgerät auf dem Rücken. Es ist doch anstrengend, mit einem CSA zu arbeiten.“ Mit dem CSA meint Dennis Houwen den Chemikalien-Schutzanzug, der zum Standard gehört, wenn der Gefahrgutzug der Ammerländer Feuerwehren angefordert wird.

Am Samstag ist es wieder einmal so weit. Bei Büfa in Liethe gibt es einen Verladeunfall, bei dem ein Kunststoffbehälter mit 1000 Liter Flüssigkeit beschädigt wird und ätzende Flüssigkeit austritt. Dazu ist beim Versuch eines Gabelstaplerfahrers, der Stelle auszuweichen, das Fahrzeug in einen stehenden Tankbehälter gefahren, bei dem anschließend ebenfalls Flüssigkeit ausläuft – glücklicherweise nur ein Übungsszenario.

 

„Als erstes müssen die Feuerwehrkameraden überprüfen, um was für Stoffe es sich handelt, um anschließend zielgerichtet vorgehen zu können“, erklärt Ralf Lübkemann, Gefahrgutgruppenführer aus Apen. Der Unfallstelle können sie sich deshalb nur in dem CSA nähern. Bei diesem Großeinsatz der Alarmstufe 4, die höchste, die es gibt, sind insgesamt gut 120 Feuerwehrkameraden mit 27 Fahrzeugen vor Ort, wobei 30 Personen mit neun Einsatzwagen von der Feuerwehr des Landkreises Friesland mit dabei sind.

Diese haben sich darauf spezialisiert, eine größere Gruppe von Menschen, die kontaminiert sind, mit ihren Gerätschaften zu reinigen. Zwar verfügt die Ammerländer Feuerwehr auch über entsprechende Materialien, kann aber nur einzelne Personen entsprechend dekontaminieren. Der Einsatz der Friesländer ist notwendig, weil sich auf dem Gelände eine größere Besuchergruppe befindet, die sich mit entsprechenden Chemikalien verunreinigt haben könnte.

„Einmal im Jahr führen wir einen gestellten großen Einsatz durch, dazu kommen noch zwei kleine Einsätze“, erklärt Ralf Lübkemann. Zweck ist es, die Schlagkraft dieser besonderen Feuerwehreinheit auf hohem Niveau zu halten. Der Gefahrgutzug ist in vier Gruppen eingeteilt und mit Personal und Fahrzeugen aus allen Gemeinden des Landkreises Ammerland – außer Apen und Westerstede – vertreten.

Bei der höchsten Alarmstufe müssen alle vor Ort sein, wobei im Vergleich zum Beispiel mit Brandeinsätzen wesentlich ruhiger gearbeitet werden kann. So gibt es auch bei dieser Übung am Samstag kein Zeitfenster. Nach gut vier Stunden sind alle Aufgaben abgearbeitet worden, auch zur Zufriedenheit von Carsten Prellberg aus Elmendorf, Zugführer für den Gefahrgutzug Ammerland.

Nach seinem gut 30-minütigen Einsatz macht Dennis Houwen zusammen mit Tom Enge und Michelle Dangl eine Pause. Die drei kamen schon gleich nach der Ankunft zum Einsatz, wobei hier immer ein Tandem im Einsatz ist, um sich im Notfall gegenseitig helfen zu können. Alle drei sind bei der Freiwilligen Feuerwehr Rastede auch für den Gefahrgutzug im Einsatz. „Wir wurden gefragt, ob wir Zeit und Lust hätten. Da haben wir zugesagt“, so Tom Enge. Die Entscheidung, hier mitzuwirken, obwohl die Anstrengung noch gut zwei Stunden später anzumerken ist, finden die drei richtig.

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