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Freitag, 6. Oktober 2017

Entwurzelte Bäume, gestrandete Reisende

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Freitag, 6. Oktober 2017
Gestrandet in Apen: In zwei Interregios saßen die Fahrgäste auf der eingleisigen Strecke fest. Sie wurden mit Bussen weiter befördert. Gestrandet in Apen: In zwei Interregios saßen die Fahrgäste auf der eingleisigen Strecke fest. Sie wurden mit Bussen weiter befördert. Bild: Jasper Rittner

Hunderte Bäume knickte Orkan „Xavier“ im Ammerland um. Alle Feuerwehren, Mitarbeiter von Bauhöfen, Straßenmeistereien und die Polizei waren im Dauereinsatz.

Ammerland Gut eineinhalb Stunden wütete „Xavier“ – quer durchs Ammerland hinterließ er eine Schneise der Zerstörung. Trotz der enormen Schäden gab es keine Schwerverletzten.

• Westerstede

Im Minutentakt wurden die Westersteder Feuerwehren zu Einsätzen gerufen. Entwurzelte Bäume waren auf Häuser und parkende Autos gestürzt. Gefordert waren die Helfer außerdem, um zahllose Straßen, die durch umgestürzte Bäume blockiert waren, wieder passierbar zu machen. Teilweise seien Ortschaften regelrecht abgeschnitten gewesen, sagte Stadtbrandmeister Mathias Siehlmann. Insgesamt habe die Feuerwehr rund 50 Einsätze abgearbeitet.

Auch auf die Autobahn rückte die Feuerwehr aus, wie der kommissarische Ortsbrandmeister Ralf Hobbensiefken mitteilte. Hier war zwischen der Anschlussstelle Westerstede-West und Westerstede ein Baum auf die Fahrbahn gefallen.

• Apen

Den größten einzelnen Einsatz gab es in Apen. Kurz hinterm Ortsausgang war die Oberleitung abgerissen. Zwei Regionalzüge der Bahn blieben auf der Strecke stehen. Mitglieder mehrerer Ortsfeuerwehren aus der Gemeinde und aus Westerstede kümmerten sich um die Reisenden und die umgestürzten Bäume. Mehrere Dutzend waren auf die Strecke gekracht. Eine der Fahrgäste war Enrico Herbst. Der Koch aus Juist wollte eigentlich zu seiner Familie nach Berlin. Von Apen aus ging es per Schienenersatzverkehr mit anderen Reisenden aber erstmal weiter nach Oldenburg.

Nicht nur die Bahnstrecke war dicht, auch die Straße neben den Gleisen hatten die Retter während des Einsatzes gesperrt.

• Bad Zwischenahn

In Bad Zwischenahn koordinierte die Feuerwehr die Einsätze für die gesamte Gemeinde vom Feuerwehrhaus in Bad Zwischenahn aus. An mehr als 50 Einsatzstellen mussten Bäume oder Äste beseitigt werden. Der Bauhof der Gemeinde war ebenfalls an verschiedenen Stellen im Einsatz. Auch im Kurpark hat der Sturm gewütet, drei riesige Bäume wurden samt Wurzeln aus der Erde gerissen, zum Teil zogen sie die Pflasterung der Wege einfach mit sich. (ovales Bild) Zahlreiche Passanten bestaunten die umgefallenen Bäume, trotz intensiver Warnungen, dass jederzeit weitere Bäume umstürzen und Äste herunterfallen könnten.

Zurzeit lasse sich der Gesamtumfang der verursachten Schäden noch nicht absehen, teilt die Gemeindeverwaltung am Nachmittag mit. Auch an den Wanderwegen sind diverse Bäume umgestürzt. Die Gemeinde warnt deshalb vor dem Betreten der Kurparkanlagen oder dem Befahren von Rad- und Wanderwegen, an denen viele Bäume stehen, insbesondere des Seerundwanderweges. Da die Arbeiten zur Behebung der Schäden voraussichtlich einige Tage in Anspruch nehmen werden, wird dringend davon abgeraten, diese Wege bis dahin zu betreten. Auch auf dem Gelände der Karl-Jaspers-Klinik in Wehnen stürzten mehrere riesige Eichen um, einer begrub vier Autos unter sich.

• Edewecht

Im Dauereinsatz waren am Donnerstag auch die fünf Wehren aus der Gemeinde Edewecht. Zu rund 50 Einsätzen wurden die Feuerwehrleute gerufen, die vor allem entwurzelte Bäume entfernten, die auf Straßen gefallen waren. Gleich drei Bäume stürzten auf ein Haus an der Holtmoorstraße in Osterscheps. Wegen des Sturms fiel kurzfristig auch der Strom im Edewechter Werk des Deutschen Milchkontors aus.

• Wiefelstede

Rund 40 Einsätze wegen umgestürzter Bäume melden die sechs Wehren der Gemeinde. Einsatzschwerpunkt war die Gristeder Straße, die von mehreren umgestürzten Bäumen blockiert war. Auch am Ortsausgang Bokel Richtung Borbeck blockierte ein Baum beide Fahrspuren. In Neuenkruge fiel ein Baum auf ein Haus und einen Pkw. Auch drei weitere Häuser wurden durch umgestürzte Bäume beschädigt. Dort allerdings war Hilfe nur durch Fachfirmen mit dem geeigneten Gerät möglich.

• Rastede

Viele Sturmschäden gab es auch in der Gemeinde Rastede, wie Gemeindebrandmeister Ingo Riediger mitteilte. „Vor allem an der Kleibroker Straße und an der Braker Chaussee hatten wir viele Einsätze mit Sturmschäden. Mehr als 30 Bäume sind umgestürzt, Äste sind auf Radwege und Straßen gefallen.“ In Rastede allein seien rund 20 Einsatzkräfte unterwegs gewesen, die Schäden nach und nach abarbeiteten. „Wir haben Kontakt mit dem Bauhof aufgenommen, der uns unterstützt“, sagte Riegider.

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