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Donnerstag, 26. Oktober 2017

Explosion im Beachclub zum Glück nur eine Übung

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Montag, 23. Oktober 2017, Autor: Erhard Drobinski
Bild der Verwüstung: Für die Übung im Beachclub wurde angenommen, dass ein Gasgrill explodiert war. Bild der Verwüstung: Für die Übung im Beachclub wurde angenommen, dass ein Gasgrill explodiert war. Bild: Erhard Drobinski

Nethen Trotz des ungemütlichen Wetters kamen am Samstag junge Menschen zu einer Grillparty im Beachclub Nethen. Einige fuhren dabei in einem Boot auf den See hinaus.

Was allerdings dann passierte, rief mehr als 70 Einsatzkräfte der DLRG, der Freiwilligen Feuerwehr Hahn und dem Deutschen Roten Kreuz Ammerland auf den Plan. Beim Grillen explodierte ein Gasgrill und sorgte für zum Teil schwere Verletzungen. Außerdem kenterte das Boot, weil der Bootsführer betrunken war.

Zum Glück war dieses Szenario nur eine Übung, bei der DLRG, DRK und Feuerwehr den übergreifenden Einsatz probten. Nach der Alarmierung am Samstagabend trafen als erste die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Hahn ein. Sie kümmerten sich um die „Verletzten“ beim Grillstand. Etwas später waren die Einsatzhelfer des Roten Kreuzes und der DLRG (Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft) mit einem Boot vor Ort. Die Feuerwehr setzte für die Rettungsarbeiten auf dem See ebenfalls ein Schlauchboot ein. Nach gut 60 Minuten waren alle Aufgaben abgearbeitet, wobei insgesamt 18 „verletzte“ Personen versorgt werden mussten.

„Bisher haben wir in Notfällen noch nicht zusammengearbeitet“, berichtete Jonas Jürgens von der DLRG-Ortsgruppe Rastede, die für die Überwachung des Sees in Nethen zuständig ist. Als Wasserretter hatte der 18-Jährige die Aufgabe, die Vermisstensuche im Wasser durchzuführen. Unterstützt wurden er und die anderen DLRG-Mitglieder von Tauchern. Später koordinierte Jürgens die Übergabe der im Wasser gefundenen „Verletzten“ an das DRK.

Während die Mitglieder der Feuerwehr und des DRK von der Übung nichts wussten und mit der Einstellung zum Einsatzort gefahren waren, dass hier wirklich ein Unglück passiert war, waren die DLRG-Mitglieder vorab informiert gewesen, weil sie die Idee dazu hatten und auch den Vorlauf planen mussten. Dennoch kam nicht nur Jonas Jürgens ganz schön ins Schwitzen. Denn er und einige andere wussten auch nicht ganz genau, wie viele Personen insgesamt zu retten waren. Die Menschen aus dem Wasser zu ziehen und ins Boot zu legen, war auch für den hochgewachsenen Mann ein Kraftakt.

Mit dem Verlauf zeigte nicht nur er sich am Abend zufrieden. Norbert Schulze, Leiter der DLRG-Ortsgruppe Rastede, lobte den großen Einsatz der mehr als 70 Helfer. Bei einer Übung wird schnell erkennbar, dass es sich um keinen richtigen Unfall handelt. Dennoch gingen die Helfer ihren Aufgaben an den beiden Einsatzstellen mit großer Intensität und voller Konzentration nach. „Die Übung ist insgesamt sehr gut verlaufen, auch wenn es zu Beginn bei der Rettung auf dem See einige Koordinierungsschwierigkeiten gab“, so Schulze.

Auch der stellvertretende Gemeindebrandmeister Ras­tedes, Dieter Kohlwes, lobte die gute Zusammenarbeit. „Hier muss auch bedacht werden, dass diese drei Organisationen zum ersten Mal gemeinsam tätig wurden. Sehr schnell hatten wir eine gemeinsame Einsatzleitstelle, die alle Informationen gesammelt hat und so den Einsatz entsprechend gestalten konnte.“ Alle Verantwortlichen waren sich einig, auch zukünftig gemeinsame Übungen abzuhalten.

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