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Mittwoch, 21. November 2018

Retten will gelernt sein

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Mittwoch, 21. November 2018, Autor: Christian Quapp
Raus aus dem Qualm: Mehrere Verletzte mussten in der Halle gefunden werden. Raus aus dem Qualm: Mehrere Verletzte mussten in der Halle gefunden werden. Bild: Privat

Neben der Rettung von Vermissten aus einer verqualmten Werkstatt musste auch ein Autounfall bearbeitet werden. Nach einer Stunde war die Übung erledigt – für die Feuerwehr brachte sie wichtige Erkenntnisse.

Petersfehn Gegen 18.20 Uhr öffnet sich die Tür der Werkstatthalle der Firma von Seggern an der Mittellinie in Petersfehn. Blaulicht zuckt über den Vorplatz, durch dichten Qualm schneiden die Lichtstrahlen von zwei Helmlampen. Dann werden die Umrisse von zwei Feuerwehrleuten sichtbar, die einen schweren Körper aus der Halle tragen. Der erste von zehn Verletzten ist geborgen.

 

Wirklich verletzt war am Montagabend in Petersfehn niemand, der Qualm kam aus einer Nebelmaschine. Für die Einsatzkräfte von fünf Bad Zwischenahner Ortswehren war der Einsatz zunächst trotzdem echt. Die Gemeindeübung war vorher nicht angekündigt. „Es war auch nichts durchgesickert“ sagt Gemeindebrandmeister Heino Brüntjen zufrieden.
Eingefrorene Hydranten

Zuerst waren am Montag um 18 Uhr die Einheiten aus Ohrwege und Dänikhorst alarmiert worden, kurz danach Petersfehn, Ofen, Kayhauserfeld und der Einsatzleitwagen aus Bad Zwischenahn. Neben dem Brand in der Halle hatte sich im Übungsszenario vor der Werkstatt auch noch ein Verkehrsunfall ereignet. Die Insassen von zwei Autos mussten befreit werden. Und zu allem Überfluss musste auch noch Löschwasser von einem 210 Meter entfernten Brunnen geholt werden, weil laut dem Szenario die Hydranten in der Umgebung eingefroren waren.

Rund eine Stunde dauerte es, bis die rund 75 freiwilligen Feuerwehrmänner und -frauen alle Aufgaben abgearbeitet hatten. Zehn Verletzte, dargestellt von Kameraden aus Aschhausen waren gefunden und befreit.

Einsatz mit Elan

Neben Brüntjen beobachteten auch Jürgen Scheel, wie Brüntjen Stellvertretender Kreisbrandmeister und Bürgermeister Arno Schilling, den Einsatz. „Alle waren mit Elan dabei“, so Brüntjen, der nach Ende der Übung zufrieden mit den Leistungen seiner Leute war. Froh ist Brüntjen darüber, dass in Kürze auch die letzten Einheiten mit digitalen Funkgeräten ausgestattet sind. „Beim Funk hat es etwas gehakt, weil wir immer noch einige analoge Funkgeräte haben“, sagte er.

Der Brunnen in der Nähe des Petersfehner Sportplatzes habe weniger Wasser geliefert als erwartet – ein wichtiges Ergebnis der Übung, denn bei der Löschwasserversorgung will die Feuerwehr in der Gemeinde neue Wege gehen. Nach und nach sollen Löschwasserteiche aufgegeben werden. Im heißen Sommer 2018 hatten sie zum Teil kaum noch Wasser gehabt und ihre Pflege ist aufwendig und teuer. Die Wehr setzt deshalb vermehrt auf zusätzliche Brunnen – die müssen dann allerdings auch zuverlässig Wasser liefern. Die Sommerhitze und der niedrige Grundwasserstand könnten mit ein Grund dafür sein, dass der Brunnen wenig Wasser geliefert habe, vermutet Brüntjen. Die Ergebnisse der Übung fließen damit direkt in die Planung für die Anzahl und Tiefe der neu zu bohrenden Brunnen ein. Im übrigen, so Brüntjen, könnten die Feuerwehren in vielen Fällen aber auch auf Brunnen und Teiche von Baumschulen zugreifen, wenn Löschwasser benötigt wird.

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