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Samstag, 19. Oktober 2019

Freiwillige Feuerwehren üben Ernstfall

Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland vom Samstag, 19. Oktober 2019, Autor: Nathalie Langer
Gut gerüstet: Unter Atemschutzgeräten holten die Feuerwehrleute die Personen aus dem Qualm. Gut gerüstet: Unter Atemschutzgeräten holten die Feuerwehrleute die Personen aus dem Qualm. Bild: Langer

Es brennt in der Topfhalle der Baumschule Heinje. Außerdem gibt es einen Autounfall direkt vor der Einfahrt, bei dem der Pkw auf dem Dach liegen geblieben ist. Das perfekte Szenario für eine Alarmübung.

Edewecht /Jeddeloh Ii /Rüsseldorf Um 19.22 Uhr geht ein Alarmsignal an die Freiwilligen Feuerwehren Edewecht und Jeddeloh 2. Die Männer und Frauen der Einheiten essen Abendbrot mit der Familie, arbeiten im Garten oder sind gerade auf dem Rückweg von der Arbeit, als ihre Pieper anfangen zu klingeln. „Gebäudebrand groß Y Edewecht“ blinkt auf den kleinen Geräten – Ab diesem Moment zählt jede Minute, denn Y steht dafür, dass Personen verletzt wurden.

 

Was die Kameraden der beiden Feuerwehren nicht wissen, ist dass es sich bei diesem Alarm um eine Übung mit zwei Szenarien handelt. Organisiert wurden diese unter anderem vom stellvertretenden Ortsbrandmeister aus Jeddeloh II, Heiko Kruse, und dem Edewechter Gruppenführer Jürgen Pieper.

Übungen sind eine Herausforderung

„Solche Übungen sind eine Herausforderung. Die Lage muss richtig eingeschätzt werden und alles muss sehr schnell gehen“, erklärt Kruse, nachdem er die Alarmierung abgesetzt hat.

Zurück zum Szenario: Nach neun Minuten schießt das erste Feuerwehrauto aus Edewecht auf die Auffahrt der Baumschule Heinje in Rüsseldorf, eine Minute später folgt das zweite aus Jeddeloh II. Diderk Heinje, Besitzer der Baumschule, weist die Kameraden zum möglichen Brandort. Einsatzleiter Erik Bruns aus Jeddeloh II sondiert die Lage. Eine Wasserversorgung über 500 Meter muss hergestellt werden.

Dafür bietet sich der See an, der hinter der Halle liegt. Während die Kameraden die Schläuche ausrollen, legen andere bereits Schutzanzüge und Sauerstoffflaschen an und streifen Atemschutzmasken über. Ein Feuerwehrmann öffnet die Tür zur Halle, die ersten Kameraden verschwinden im Qualm, der künstlich erzeugt wurde.

Eine sehr gute Reaktionszeit

Währenddessen sind weitere Fahrzeuge eingetroffen. Heiko Kruse zeigt sich mit einem ersten Fazit zufrieden. „Nach 16 Minuten sind sieben Fahrzeuge vor Ort. Das ist sehr gut“, sagt er. Jetzt muss die Situation weiter unter Kontrolle gebracht werden.

Für die Alarmübung haben die Johanniter Kindern und Erwachsenen Verletzungen geschminkt. Die vermeintlichen Verletzten befinden sich in der Topfhalle oder auch in einem verunfallten Auto, das an der Auffahrt zur Baumschule auf dem Dach liegt – das zweite Szenario der Übung.

In der Zeit, in der vor der Topfhalle die ersten Verletzten aus dem Qualm getragen werden, arbeitet bereits ein anderer Trupp aus Edewecht daran, zwei Verletzte aus dem Fahrzeug zu befreien. Mit Schneidegeräten werden die Schauspieler aus dem Auto geschnitten. „Das zweite Szenario wurde innerhalb von dreißig Minuten abgeschlossen“, sagt Kruse. Beide Verletzten sind versorgt.

Die Übung ist beendet

Auf der anderen Seite der Baumschule tragen die Kameraden das letzte Opfer aus dem Rauch: Eine Stoffpuppe, die unter einem Gabelstapler eingeklemmt war. Die Übung ist beendet. Es ist 21.30 Uhr.

Zufrieden mit der Leistung der Feuerwehren zeigte sich auch Gruppenführer Jürgen Pieper. „Die Kameraden wurden aus ihrem Alltag gerissen und waren schnell vor Ort. Das ist schon eine sehr gute Leistung.“ Insgesamt 50 Einsatzkräfte beteiligten sich an der Alarmübung.

Einen großen Dank sprechen die Feuerwehren der Familie Heinje aus, die die Baumschule für die Übung zur Verfügung gestellt hat und im Anschluss den Grill anwarf, um die Kameraden nach dem Einsatz zu versorgen.

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